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06. Februar 2006

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Es ist kein Kampf der Zivilisationen  
Gregor Raýman

Wenn man die Bilder der brennenden Botschaften sieht; wenn man hört dass Menschen bei den von Islamisten geschührten Unruhen sterben; wenn man die ->Plakate der demonstrierenden Terroristen in London betrachtet und die ->Berichte über den Hass, der in arabischen und iranischen Medien verbreitet wird, liest, so kommt man schnell an den Gedanken, es könnte sich um einen Kampf der Kulturen handeln. Einen Kampf der islamischen Kultur gegen die westliche Zivilisation.

Doch der Schein trügt. Es ist keine Kultur, keine Zivilisation, die uns angreift. Es sind Barbaren. Es ist eine wildgeworde unzivilisierte kulturlose Meute, die den Gott missbraucht um eine Milliarde Menschen zu unterdrücken und sie gegen den Westen aufzuwiegeln.

Nein, es ist kein Kampf der Kulturen. Ich zumindest habe kein Problem mit den zivilisierten Muslimen. Und zivilisierte Muslime haben kein Problem mit mir oder mit Dänemark. Sie können sich durch die Karikaturen beleidigt fühlen, aber sie greifen deswgen niemanden an, sie verbrennen keine Fahnen und boykotieren keine Nation.

Und ich wünsche mir aus dem ganzen Herzen, dass in diesem Kampf - dem Kampf der Kultur gegen die Barbarei - die Kultur siegt. Und mit ihr alle anständigen Menschen jeder Religion. Vor allem wünsche ich den Sieg der Kultur der islamischen Welt. Denn sie wird von den Barbaren am schlimmsten geplagt.

permalink

(2006-02-06 23:10:42)Björn Giessler:

Wohl wahr!

(2006-02-07 00:17:58)Rayson:

Hm. Der Islam, so wie er im Koran und in den Hadith verkündet wird, ist er mehr Zivilisation oder mehr Barbarei?

(2006-02-07 08:37:25)Gregor Raýman:

Religionen sind sehr wandelbare Ideen. Nur deswegen können sie sich so lange halten. Sie sind ambivalent und nicht eindeutig. In jedem "heiligen Buch" findet man genug Stellen, die jede Barbarei im Namen Gottes rechtfertigen.

Wichtig ist, was man aus diesen Büchern rauslesen will, was man betont.

Ich habe derzeit leider das Gefühl, dass diejenigen, die aus dem Koran *laut* lesen, so dass sogar ich sie hören kann, eher die Barbaren sind.

Ich warte, wann die Stimme der anständigen Muslime lauter wird.

(2006-02-07 23:21:02)jo@chim:

Das war ein sehr guter Kommentar, Gregor - ich sehe das ganz genauso.

(2006-02-15 20:54:06)euroneuzeit: ja, aber....

Bis auf "aber sie greifen deswegen niemanden an, sie verbrennen keine Fahnen und boykottieren keine Nation" möchte ich Dir bzgl. der Feststellung, dass die Gewalttätigen Barbaren sind, auf jeden Fall zustimmen. Boykotte zähle ich zu den legitimen, friedlichen und der freien Entscheidung des Einzelnen unterliegenden Aktivitäten, die also - auch wenn man die Begründungen und Motivationen blöd findet - akzeptieren kann.

Die Frage, inwieweit eine Ideologie wie der Islamismus, also mit religiöser Verpackung und theologischen Definitionshoheiten den Menschen bestimmt und inwieweit der Mensch die Ideologie als Werkzeug benutzt und so formt, wie er es von vornherein braucht, ist ÄUSSERST schwierig.

Ich denke, es trifft beides zum Teil zu. Gerade, wenn wir es mit religiös begründeten, also auf Gott zurückzuführenden Ansichten zu tun haben, ist der zweifellos zur selbstgerechten Verwendung geeignete Hinweis "Gott will es so" durchaus stark. Auch gibt es definitiv einen grundsätzlichen Unterschied zwischen sehr religiösen Menschen und weniger religiösen Menschen - Du hast aber Recht, wenn Du diese Trennlinie (falls Du sie siehst) nicht zwischen Westen und Islam ziehst, sondern eher zwischen Aufklärung und Barbarei oder wenn man von Religion nicht viel hält zwischen Atheismus und Fundamentalismus als krassen Gegensätzen. Was allerdings in der Praxis nichts daran ändert, dass der Islam die Religion ist, die am meisten für politische Zwecke instrumentalisiert und als Grundlage für Gewalt und Unterdrückung herangezogen wird. Die Frage, ob sich das zwingend aus der Religion ergibt, bietet zwar viel Stoff zum Nachdenken, Lesen und Bloggen, die praktischen Tatsachen sind es aber, die alle beschäftigen.

(2006-02-17 02:02:16)Dirk Möbius: Kampf?!?

Es ist auch kein Kampf gegen Barbaren.

Es ist überhaupt kein Kampf.

Es ist ein Aufruhr, der von ein paar ewiggestrigen Biedermännern angestiftet wird, die den Kalifatstaat zurückhaben möchten. Mittlerweile unterstützt von den Lenkern einiger islamischer Staaten, die gemerkt haben, daß sie mit dieser Chose leicht von ihren eigenen Problemen ablenken können. Daß sie dabei kinderleicht einen blindwütigen Mob organisieren können, zeigt nur, daß deren Massen genauso manipulierbar sind wie unsere hiesigen DSDS-/TopModel-/Container-Gucker.

Aber wenn man allzu leichtfertig die Vokabel "Kampf" aufnimmt, spiegelt sich darin nur unsere Islamophobie, die sich aus dem Trugschluss speist, daß unsere europäische Happy-Welt ja achso sauber und friedlich und kultiviert sei.

(2006-02-18 18:07:29)Roland Scheel: Islamohpbie ja - aber nicht deshalb

Unabhängig von der Bewertung, ob wir hierzulande nun besonders oder besonders wenig kultiviert, sauber oder friedlich sein mögen, ist es für viele Menschen bestimmt schwierig, keine Vorurteile gegenüber dem Islam aufzubauen, wenn ständig irgendwelche Hazardeure "Allah ist groß" rufen und sich danach nebst einigen Zivilisten in die Luft sprengen.

Es ist natürlich ohne weiteres belegbar, dass das nur sehr wenige Muslime so handhaben, dennoch:

Warum demonstrieren die "Islam ist Frieden" für europäischen Institutionen, wo man doch mit einiger Berechtigung behaupten könnte, dass der Hamas diese Sache noch eher beizubringen ist, als den Europäern. An der Stelle wird es nämlich einigermaßen unglaubwürdig, einfach nur, weil der Satz "Islam ist Frieden" an die völlig falsche Adresse gerichtet wird. Dass dann wieder andere islamohpoben Europäer erklären, im Koran sei die Verleugnung des wahren Glaubens eindeutig erlaubt (oder sogar geboten in eine entsprechenden Situation), dann bekommt man wiederum Schwierigkeiten, die Demonstrationen nicht in dieser Hinsicht auszudeuten.

(2006-02-24 14:02:22)Dirk Moebius: Warum Islamohpbie aufdiktieren lassen?

Ich werde nicht islamophob, wenn Terroristen Zivilisten in die Luft sprengen, weil ich weiß, daß diese Terroristen die Marke "Islam" zwar benutzen aber nicht wirklich im Namen des Islam handeln. Jeder einigermaßen vernunftbegabte Erwachsene sollte so denken.

Ich wollte darauf hinaus, daß wir nicht leichtfertig die Meinung übernehmen sollten, daß wir uns in einem "Kampf" befinden. Wenn wir das tun, haben wir schon gegen die agilen Scharfmacher auf beiden Seiten verloren. Das ist nicht mein Kampf, und ich will ihn mir nicht aneignen. Jeder sollte vor seiner eigenen Haustüre kehren, wie Du ja in Deinem dritten Absatz schon völlig richtig bemerkst.

(2006-02-24 14:03:26)Dirk Moebius: Islamophobie

Das mit der Islamohpbie könnte ein running gag werden...

(2008-04-01 01:35:38)163Öá³ÐÍø: abc

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