14. Oktober 2005
/welt
Kampf gegen oder für Drogen?
Roland Scheel
Nach dieser Meldung wurden 6,5 Millionen Gramm Kokain gefunden.
Zeichnet sich eigentlich der erfolgreiche Kampf gegen illegale Drogen durch immer größere Funde aus? Wirkt ein wenig unglaubwürdig. Man könnte ja fast den Eindruck gewinnen, als boome die Branche seit Jahrzehnten.
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(2005-10-15 12:30:14)Olaf Petersen: Die grössten Profite...
...werden im Schwarzmarkt erzielt. Der Kampf gegen die Drogen ist deshalb nicht zu gewinnen,weil er von vornherein mit doppelten Standards geführt wird. Volksdrogen wie Alkohol können nicht verboten werden, da sie in der ganzen Gesellschaft inklusive Polizei und Justiz konsumiert werden, also bezeichnet man sie kurzerhand als Genussmittel - obwohl durch Alkohol mehr Menschen sterben oder krank werden, als durch jede andere Droge. Deshalb fehlt es allen Drogenkonsumenten am Unrechtsbewusstein, die staatliche Kategorisierung der Drogen ist realitätsfremd und zudem von unbewiesenen, gar widerlegten Behauptungen über einige (weiche) Drogen geprägt.
Der imho einzig sinnvolle Weg wäre, die Rauschdrogen allesamt zu legalisieren und deren Vertrieb unter staatliche Aufsicht zu stellen. Das hätte gleich mehrere Vorteile:
1) Der organisierten Kriminalität würde eine stetig stärker sprudelnde Finanzquelle verschlossen.
2) Der Staat könnte sich auf zusätzliche, hohe Steuereinnahmen freuen.
3) Die Konsumenten wären vor verunreinigten oder falsch deklarierten Drogen geschützt.
4) Die Konsumenten wären nicht mehr gezwungen, ein kriminelles Milieu aufzusuchen, sich ihm anzupassen, um an Drogen zu kommen.
5) Die Polizei müsste nicht täglich ihre Ressourcen für Bagatelldelikte verschwenden.
Und übrigens: Dass mit dem fortschreitenden Bevölkerungswachstum auf diesem Planeten auch die Zahl und der Bedarf der Drogenkonsumenten steigt, dürfte wohl auf der Hand liegen. Da die Anbaugebiete für die Rohstoffe aber nicht beliebig vermehrbar sind, wird also die Produktion chemischer Drogen zunehmen. So exportiert das Golden Triangle kaum noch Heroin, sondern Amphetamine und Extasy. Die europäischen Pharmaunternehmen wissen das wohl am besten, sie landen ganze Schiffsladungen mit den dafür benötigten Rohstoffen in Thailand an...
6,5 Tonnen Kokain wie bei n-tv gemeldet klingt ja schon gewaltig. Aber 6,5 M i l l i o n e n Gramm klingt ja noch viel gewaltiger. Wenn man das auf Nanogramm umrechnet klingt's noch mehr...
Ich bekomme eine schwache Ahnung wie die Bild-Zeitung ihre Überschriften aufbläht.
Der Blog gefällt mir so gut, ist so sauber übersichtlich gemacht, könnten wir da nicht auf Blähungen verzichten?
@Robin
Mir fehlt die Erfahrung mit der Materie, aber ich finde, man sollte die Maßeinheit benutzen, die einer gewönlichen Anwendungsmenge entspricht.
Ich vermute, eine Linie Kokain wiegt weniger als einen Gramm. Also ist hier schon aus der Überschrift klar, dass die beschlagnahmne Menge für Millionen Konsumenten reichen würde.
P.S.: Danke für das Kompliment ;-)
(2005-10-17 19:14:06)Roland Scheel: Nein, Gregor, ich berichtige mich einfach
Es sind in der Tat nur 6,5 Tonnen,
@Roland:
Wie viel ist das in Kilotonnen TNT?
(2007-09-23 17:18:51)1: 1
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