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12. September 2005

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Wert einer Stimme  
Gregor Raýman

„Stellen Sie sich vor, am nächstem Sonntag findet die Bundestagswahl statt.“ Diese Frage stellen die Meinungsforscher jede Woche einer mehr oder minder repräsentativen Wählergruppe um herauszufinden, wie die Wahl am nächten Sonntag ausgeht.

Mich würde mal etwas anderes interessieren: Wie viel ist dem Wähler sein Wahlrecht wert?

Jeder erhofft sich von der Abgabe seiner Stimme der Partei zu helfen, die sein Leben verbessert, oder dies zumindest ermöglicht, oder - wenn man verstädlicherweise nicht so optimistich ist - wählt man die Partei, von der man annimmt, dass sie den geringsten Schaden anrichtet.

Natürlich geht jeder Wähler davon aus, dass die Lage schlimmer wäre, wenn sie eine andere Partei wählen, oder wenn er die Wahl ignorieren würde. Und die Nichtwähler anderseits gehen davon aus, dass sich der Aufwand nicht lohnt, weil ihre Stimme sowieso nichts zum Besseren zu ändern vermag.

Stellen wir uns mal vor, wir könnten den Wähler für eine Entscheidung, die nicht seinen Vorstellungen entspricht, kompensieren. Stellen wir uns die Krankenschwester von den SPD-Plakaten vor, die Laut der SPD ein Merkel-Minus zu befürchten hat, und stellen wir uns vor, wir würden zu ihr sagen: „Hör nicht auf die Politiker, die von einem Merkel-Minus sprechen und von Eichel-Plus schweigen, das ist alles nur unglaubwürdiges Gerede. Nimm hier Betrag X auf die Hand, und wähle Y.“

Wie würde sich die Krankenschwester entscheiden? Wie würden Sie sich entscheiden? Was müsste unter X bei welchem Y stehen?

Bemerkung: Der Stimmenkauf ist in Deutschland verboten, deswegen kann ich die Antwort auf meine Frage nicht empirisch ermitteln. Daher auch diese Umfrage, die keineswegs als ein Kaufangebot zu verstehen ist :-)

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(2005-09-12 13:22:15)Cologne:

Schau doch mal hier:

http://cgi.ebay.de/Wahl-2005-Stimmzettel-Wahlzettel-SPD-CDU-Sonstige_W0QQitemZ7182450831QQcategoryZ40909QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

(2005-09-12 13:41:00)Rayson:

Rein ökonomisch betrachtet, ist die Stimme schon den Zeitaufwand für den Wahlakt kaum wert, so dass man sie problemlos an den Meistbietenden verscherbeln könnte (Grenzbetrachtung). Da durch die Wahl aber Herrschaft definiert wird und für mich der letzte Rest Selbstbestimmung, den der Wahlakt verkörpert, einen sehr hohen Wert darstellt, müsste der Geldbetrag mir ein sorgenloses Leben in einem Land ermöglichen, in dem Stimmenkauf verboten ist ;-)

(2005-09-12 13:50:07)Gregor Raýman:

@Rayson:

Deutschland ist so ein Land. Und wenn man nicht viel Anspruch hat, kann man hier sorglos auch ohne viel Geld leben.

Was würdest Du also verlangen, um für die CDU, die Grünen, die Linke oder die NPD zu wählen?

(2005-09-12 17:56:59)Rayson:

@Gregor

Ich tue doch nichts Illegales...

Aber gut. Ein sorgenloses Leben, wie ich es mir vorstelle, müsste mit 2 Millionen Euro bar Kralle machbar sein. Bei Bedarf gebe ich dir meine Kontonummer.

(2005-09-12 18:05:07)Gregor Raýman:

@Rayson

Ich habe es ausdrücklich NICHT als Angebot gemeint. Meine Frage war vielleich nicht eindeutig formulliert, man muss sich den Zusatz "...wenn es legal wäre" dazu denken :-)

Wie auch immer, ich schätze, wenn es legal wäre, würde ich die Stimmen auch billiger bekommen. Es freut mich aber zu lesen, dass es Leute gibt, die das eigene Wahlrecht* so hoch schätzen. (Meine Stimmen wären wesentlich billiger zu haben).

*) Eigentlich sollte es "Absrimmungsrecht" heißen, denn man wählt nicht, man beteiligt sich nur an der Wahl.

(2005-09-12 20:51:46)Roland Scheel: @Gregor Woran liegt das eigentlich, dass du dich immer so für's Wählen begeisterst

etwa doch nicht, weil deine Altvorderen das immer musstest und du es jetzt und hier nicht darfst?

(2005-09-12 21:32:08)Gregor Raýman:

@Roland

Ich würde sagen, es ist das Beifahrersyndrom. Bei einer Geisterfahrt neige ich zur Panik :-)

(2005-09-13 16:14:10)staarmie: ganz einfach:

Ich würde so viel Geld verlangen, daß ich zukünftig auf die Politik in meinem Interesse Einfluß nehmen kann. Heißt: ich (bislang Grün-Wähler) verkaufe meine Stimme der CDU für einen Preis, der es mir ermöglicht, Politik zu kaufen.

(2005-09-13 17:36:20)Gregor Raýman:

@Staarmie:

Du möchtest also billig einkaufen und teuer verkaufen? Das ist vernünftig und führt zum Erfolg eines Händlers. Kaum zu glauben, dass so jemand die Grünen wählt ;-)

Nichts für ungut, ich weiß, es gibt sogar Grüne mit ökonomischem Verstand. Siehe z.B. den Blog von O. Metzger auf den wir verlinken (Einspruch)

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