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17. August 2005

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Die Partei der Parteien - Gruene  
Roland Scheel

Eines muss ich vorneweg sagen: Ich hätte nie gedacht, wie viel Spaß es macht, Parteien zu bewerben. Jetzt würde man vermuten, dass im Anschluss die Werbung für die FDP kommt. So ist das aber nicht. Heute sind die Grünen dran.


Für die Grünen zu werben ist eine immens schwierige Aufgabe. Ich habe ein wenig bei anderen Wahlempfehlungen Rat eimgeholt und dachte, beim Elektrosmog bzw. dessen Unterbindung könnten die Grünen punkten. Ist aber nicht so: ->Die PDS hat hier die Nase vorn. Das war jetzt natürlich ein Vorgriff, die PDS ist erst beim übernächsten mal dran.


Dennoch muss ich offen gestehen, dass die Wahl der Grünen alternativlos ist, denn:


Die Grünen haben schon seit ihrer Gründung auf ein deutsches Erfolgsmodell gesetzt: Bedingungslosen Gehorsam vor ihrem Vordersten. Damals wurde das kaum wahrgenommen, aber die grünen Abgeordneten mit Strickzeug mussten stricken, um ihren Tribut an die Partei zahlen zu können, auch wenn Politik auf dem Programm stand, denn die Kassen waren leer. Heute ist das natürlich anders, schließlich haben die Grünen mittlerweile ein ausgefeiltes System zur Sektenfinanzierung, das sie meines Wissens 1993 auf ihrem Parteitag in Aachen eingeführt haben: Statt der Strickpullover nimmt die Partei jetzt einen Teil der Diäten. Gleichermaßen verfolgen die Grünen eine ähnliche Strategie wie Scientology, die bewusst um reiche Mitglieder buhlen, und so sind die Grünen heute Deutschlands Partei der Besserverdienenden. Damals, beim Stricken, haben die noch höllisch aufgepasst, dass keine Masche verloren geht, da ging keiner durch. Also: Hut ab, die Grünen haben ihren Laden im Griff.


Wobei "die Grünen" (oder "die Partei") natürlich Joschka Fischer meint. Joschka Fischers Verdienste können hier aus Zeit- und Platzgründen kaum aufgezählt werden, aber auf einen Punkt muss man natürlich eingehen: Er hat Auschwitz verhindert, indem er deutsche Soldaten in den Kosovo geschickt hat. An dem Punkt sollte jedem klar geworden sein: Die Grünen sind die Überpartei, die der Ehre ihrer Partei und dem Partei-Sein an sich sogar das eigene Programm opfern! Das nenne ich demokratisches Selbstverständnis pur, befreit von allen ideologischen Makeln.


Dass eine solche Partei linke Zecken, wie Jutta Ditfurth beispielsweise, loswerden musste, versteht sich von selbst, denn so etwas hat in einer bürgerlich-progressiven Zukunftspartei nichts zu suchen. Bürgerlich-progressiv ist natürlich wiederum zu kurz gegriffen: ->Die Grünen sind gleichzeitig Deutschlands erste sekular-religiöse Partei.


In sehr kurzer Zeit werden die Grünen zur höchsten Stufe der Erleuchtung hinaufkrabbeln: Wenn Joschka Fischer öffentlich erklärt, dass die selbstlose und vollständige Emanzipation von den eigenen Idealen die erlesenste Weise ist, moralisch erhaben zu sein. Sich nicht von so niederen Motiven wie Idealismus leiten zu lassen, sondern nur dem höheren Ziel zu folgen: Das Destillat der Demokratie: Partei an sich (und sonst nichts): Die Grünen

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