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14. November 2005

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Irgendwie kann ich nachfühlen  
Gregor Raýman

wie sich die linken SPD-Wähler nach 1998/99 gefühlt haben, als sie den „Genossen der Bosse“ als ihren Bundeskanzler akzeptieren mussten.

Mal sehen, ob, wie die WASG aus dem „linken“* Flügel der SPD hervorging, in Deutschland in sieben Jahren eine neue konservative Partei zur Wahl antreten wird.

*) Ich setze die „Linke“ in Anführungszeichen, weil ich den Namen dieser Partei für eine Lüge halte. Auch wenn meine politische Ausrichtung ganz und gar nicht links ist, respektiere ich die anständigen linken Gegner. Eine Mauer zu bauen, ein Land in ein Gefängnis zu verwandeln und auf Flüchtlinge zu schießen halte ich jedoch für genauso wenig links, wie ich die D„D“R für demokratisch halte.

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(2005-11-16 16:14:12)Bodo Wünsch:

Was ist ein "anständiger" Linker?

Gruß, BW

(2005-11-16 16:51:08)Gregor Raýman:

Gute Frage :-)

Nach meinen Kriterien ist ein anständiger Linker eine eher seltene Spezies. Ich versuche sie zu beschreiben (eine Definition wäre mir zu aufwendig)

Ein Linker will den Massen der Benachteiligeten helfen. Er will gegen die Ungerechtigkeit des Zufalls und die Ungleichheit der Startbedingugen in dem Wettbewerb des Lebens wirken. (Ein Linker sieht das Leben als ein Wettbewerb, für einen Linken geht es nicht nur darum, wie es jemanden geht, für ihn ist es auch wichtig, wie es den anderen geht, mit denen man vergleichen kann. Ein Linker sieht einen Menschen immer als einen Teil einer Gesellschaft, eines Kollektivis. Ein Linker geht davon aus, dass es den individuellen Menschen gut geht, wenn es der "Gesellschaft" gut geht.

Ich teile diese Ansichten nicht, respektiere aber die Meinungsvielfalt und gönne jedem seinen Weg zum Glück. Solange - und jetzt kommen wir zu dem Knackpunkt, der die anständigen Linken von den unanstädigen trennt - solange er nicht die Rechte der anderen beschneidet.

Wenn es Linker sich für die "Geknechteten" engagiert, soll es mir Recht sein, es kann sogar sein, dass ich ihm dabei freiwillig helfe. Wenn es aber andere zwingt (durch Steuern, Abgaben, Wehrpflicht, Enteignung oder Massenmord), an der Errichtung seines Paradieses mitzuwirken, ist er nicht mehr anständig.

So sind für mich manche Bürgerechtler durchaus respektable Menschen, die sich zum linken Spektrum zählen. Die "Linke" in Deutschland aber nicht.

(Die Trennung zwischen Links und Rechts ist sowieso eine zu grobe Vereinfachung. So würde ich zum Beispiel die NSDAP wegen des "S" links, wegen des "N" eher rechts sehen. Die Neokons sind auh irgendwie rechts (ökonomisch) und links (Engagement für die Unetrdrückten))

(2005-11-16 18:16:27)Bodo Wünsch:

Danke für Deine Erklärung, ich würde sie durchaus so "stehen lassen" ;-) - Du operierst natürlich mit den gängigen Begriffen von "links" und "rechts".

Ich treffe diese Unterscheidung nicht mehr. Ich stelle nur folgende Fragen an den politischen Redner und "Macher": 1. Welchen (politischen) Zweck hat sich einer gestellt und warum hat er ihn sich gestellt

2. Wie will er seinen Zweck erreichen und

3. Welche Mittel gedenkt er einzusetzen.

Und in den meisten Fällen erkennt man: Ohne Eigentumsverletzung, ohne Freiheitsbeschneidung schaut's mau aus mit den politischen Zwecken - jedenfalls in der "heutigen" Welt.

Roland Baader sagte so schön in Anlehnung an v. Mises: Rechts und Links sind doch nur zwei Seiten einer Medaille - der Medaille der Sozialklempnerei (die das Gute will, doch stets das Böse schafft).

Grüße

BW

(2005-11-16 18:25:02)Gregor Raýman:

Du udn Baader habt ja Recht. Ich habe mich der Terminologie bedient, weil es die einzige ist, die man allgemein irgendwie versteht. Mir ist aber klar, wie ungenau und wie perverstiert sie ist.

Noch schlimmer daran, als das Wort "links" ist das Wort "rechts". Früher mag es der Gegensatz von "links" gewesen sein, heute ist es (zumindest in deutschsprachigem Raum, nicht im Englischen oder z.B. Slowakischen) fast ein Schimpfwort. Daher benutze ich als Gegenteil zu "links" eher "konservativ" oder "liberal" (mir ist klar, dass das ebenfalls gegensätzliche, nicht identische Richtungen sind)

(2005-11-17 14:55:08)Klaus Brüssel:

Warum sollten diese rückgratlosen, prinzipienlosen CDUler eine neue konservative Partei gründen ? Von der FDP mal ganz abgesehen. Und genaugenommen hat es eine solche Absplitterung auch schon gegeben: Republikaner, Schillpartei u.ä. (Nur waren die weder konservativ in irgendeinem positiven Sinne noch liberal)

OT: Was macht eigentlich das Buch ?

(2005-11-17 20:24:05)Gregor Raýman:

OT: Füllt sich :-) Danke der Nachfrage.

(2005-11-17 21:22:13)Klaus Brüssel:

Gern geschehen ! Nicht das ich den Finger in die Wunde legen wollte :-)

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