In einem
interessanten Beitrag beschäftigt sich der Freiheitswächter Sascha Vetterle mit der Abgrenzung von seiner Sicht auf den „wahren Liberalismus“ - den Civilianismus - von dem „Individualismus“ und von dem „Ökonomismus“.
Ich bin mit Sascha insofern einverstanden, dass ich weder die Beliebigkeit, die Sascha „Individualismus“ nennt, noch die liberale Wirtschaftspolitik alleine nicht für „den Liberalismus“ halte. Allerdings reicht die Kritik an diesen nicht aus, um den „wahren Liberalismus“ zu definieren. Ich habe von Saschas Texte eher das Gefühl, paar Strohmanargumente gelesen zu haben.
Eigentlich ist das ganz Einfach. Der Liberalismus richtet sich nach dem Motto: „Leben und Leben lassen“. So muss die Beliebigkeit und Toleranz genauso zum Liberalismus gehören, wie die Beständigkeit und die Verpflichtung Verträge einzuhalten. Der echte Liberalismus muss genauso die Freiheit zu Wirtschaften genauso beinhalten, wie zum Beispiel die Freiheit des Redens oder des Denkens.
Sascha schreibt:
Anders als der Individualismus sieht der Civilianismus den Menschen nicht vorrangig als Individuum, das quasi ohne Staat und ohne jede Abhängigkeit bestehen könnte, sondern als cives, als Bürger, eingebunden in ein Verhältnis mit dem Staat und anderen gesellschaftlichen Kräften
Ich habe große Zweifel, ob man eine solche Ideologie als liberal bezeichnen kann. Ich würde den Civilianismus eher unter „Etatismus-Light“ einordnen. Denn jemand der harmlose Comics und Filme verbieten will, nur weil sie seiner Religion widersprechen; jemand, der sich ungefragt in das Leben anderer Menschen gegen ihren Willen einmischen möchte, kann kaum ein Vertreter eines „wahren Liberalismus“ sein.
So kann der Civilianismus eine interessante, vielliecht sogar eine liberale, Ideologie sein. Er ist aber kaum der „einzig wahre Liberalismus“.