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12. September 2005

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Altes Hausmittel gegen Befürchtungen: Spekulation  
Roland Scheel

Der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs befürchtet, ->dass Rohöl noch teurer wird.

Da wäre er, genau wie jeder andere furchtvolle Marktteilnehmer, ja total schlau, wenn er seinen Befürchtungen Ausdruck durch spekulative Käufe verleihen würde. In der Zukunft, wenn sich das befürchtete Szenario eingestellt haben würde, dann würden eben diese Spekulanten ihre Angstkäufe wieder verscherbeln und den Kurs drücken. So, wie sie ihn in der Gegenwart erhöht haben würden.

Aber nein, was rede ich denn da, den Deutschen ist doch bereits klar (gemacht worden): ->die Spekulanten glätten keine Kurse, sondern sind schuld an deren übertriebenen Gipfelstürmen und Talfahrten. Was natürlich im Umkehrschluss nur bedeuten kann, dass diese fiesen Spekulanten den Preis hochkaufen, wenn er ohnehin schon teuer ist und ihn runterverkaufen, wenn er schon gefallen ist, so dass die Kurse stärker schwanken, als sie es ohne Spekulanten täten. Das impliziert gleichermaßen, dass diese gemeinen Kerle zudem ihr Geld verzocken und den übrigen Marktteilnehmern quasi schenken.

Also: Wir halten fest: Spekulanten sind böse, weil sie entweder kursglättend reich werden, oder die restlichen Marktteilnehmer mit hysterischen Kursen beschenken. Nee, was für fiese, fiese, böse und gemeine Kerle. Das würde es mit Planwirtschaft natürlich nicht geben. Bei der betreibt man die Fehlsteuerung nämlich wissenschaftlich fundiert.

Für die ökonomischen Allesversteher übrigens: Ich habe ausgeschlossene Kombinationen, die sich nicht realisieren lassen, mit gleichen Farben hinterlegt. Als Merkregel.

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