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15. Juni 2006

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Die Renten-Magier sind wieder unterwegs  
Roland Scheel

Wie ich diesem Artikel entnehmen darf, ist eine "Expertenkommission" im 5. Altenbericht zum Schluss gekommen, dass eine Senkung der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse den Eindruck entstehen lasse, die gesetzliche Rente sei nicht legitim, weil für den Großteil der "Versicherten" kaum eine Rente deutlich über dem Niveau armutsvermeidender Sozialleistungen erwartbar sei.

Eine Krankheit heilt man nicht, indem man sie möglichst lange am Leben hält. Die Ineffiziens des Rentensystem ist doch eben in ihm selbst verankert, und deshalb nicht eine beherrschbare Krankheit dieses Systems, sondern das Wesen des Systems selbst. Es selbst ist die Krankheit. Natürlich ist es richtig, dass der Eindruck entsteht, dass das Rentensystem nicht legitim sei. Aber eben zu recht. Unhaltbare Zustände können nicht durch Wunschdenken überwunden werden. Die vernünftige Haltung der kühlen Rationalität ist leider deshalb wenig attraktiv, weil logisch notwendige Schlussfolgerungen nie so bunt schillern werden wie die Seifenblasen, die etatistische Alchimisten aufblasen können. Aber bis jetzt sind sie noch alle geplatzt. Besser jetzt als in 30 Jahren!

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25. Mai 2006

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Hinter Gittern  
Gregor Raýman

Heute wurden die ehemaligen Bosse des kollabierten Enron - Lay und Skilling - für schuldig befunden. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen.

Sie wurden nicht verurteilt, weil sie ihre Firma zum Bankrott herunterwirtschafteten. Sie wurden nicht wegen falscher Geschäftsstrategie verurteilt.

Man hat sie schuldig befunden, weil sie gelogen haben, weil sie die katastrophale Finanzlage ihres Unternehmen bewusst verschleierten. Weil sie die Anleger, die Analysten, die Mitarbeiter und viele andere betrogen haben.

Obwohl sie wussten, dass Enron sich in einem desolaten Zustand befindet, gaben sie, mit Hilfe der Auditoren von Arthur Andersen, vor, Enron sei eine gesunde und wachsende Firma.

Es ist schön zu sehen, dass die Gesetze auch für die Wirtschaftsbosse gelten. Dass sie nicht ohne Strafe lügen, täuschen und betrügen können.

Ich wünschte, es würde für alle Gesellschaftsgruppen gelten: „Die Rente ist sicher!“

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17. Mai 2006

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Zirkelschlüsse  
Roland Scheel

Ich bin auf das Phänomen des ->"reswitching" gestoßen. Eigentlich ein sehr interessantes Phänomen, weil es im Grunde ungewollt die österreichische Schule der Ökonomie bestätigt.

Kern des Vorwurfes gegen die Neoklassik ist, dass der Wert zweier Kapitalgüter relativ zueinander vom Zinssatz abhängt und daher real in Geldeinheiten nicht ausdrückbar ist. Es handelt sich tatsächlich um einen Zirkelschluss.

Zur schnellen Selbstberechnung folgende Vorstellung:

Morgen kommt eine Fee und bietet zwei Maschinen an, die man kostenlos wählen kann. Beide Maschinen sind nichts wert, bis auf, dass sie Güter produzieren und sie benötigen keinerlei Input:

Maschine A produziert dieses Jahr ein Gut im Marktwert von 2 Euro, im nächsten nichts und darauf ein Gut im Marktwert von 12 Euro. Maschine B produziert dieses Jahr kein Gut, im darauffolgenden ein Gut im Marktwert von 13 Euro und im Jahr danach wiederum nichts.

Das Gegenüber der Fee ist ein böser Kapitalist.

Wie entscheidet er sich bei einem Marktzins von 0%, 100%, 1000%?

Ganz einfach. Bei 0 % nimmt er Maschine A, bei 100% Maschine B und bei 1000% wieder Maschine A. Also kann zinsunabhängig nicht gesagt werden, ob A < B oder B < A, das heißt, der "reale" Wert der Maschine ist zinsabhängig. (Barwertberechnung: 2*1+0*1+12*1>0*1+13*1+0*1 und 2*1+0*0,5+12*0,25<0*1+13*0,5+0*0,25 und 2*1+0*0,1+12*0,01>0*1+13*0,1+0*0,01)

Zweifellos ist dies ein lupenreiner Beweis dafür, dass Kapital nicht real (also ohne Zinseinflüsse) messbar ist, was also auch Kapitalstockberechnungen (als Aggregat) unmöglich macht.

Aber die Neoricardianer haben ein Eigentor geschossen. Sie nehmen homogene Arbeit an. Aber auch Arbeit leitet sich als Größe von ihrer Produktivität ab, ob sie nun messbar ist oder nicht. Ich könnte den Kapitalstock nämlich ebensogut in Kilogramm statt Euro messen, und dann wäre ich genauso exakt, wie wenn ich Arbeitsstunden * Konstante als Bezug nähme. Die Marxsche Arbeitswerttheorie hat nur deshalb auf die Arbeit aufgesetzt, weil sie das einzige ist, was halbwegs sinnvoll in einer Maßeinheit messbar ist. Das sagt aber nichts über ihren Wert aus. Im obigen Beispiel könnte ich ja auch jedes Jahr eine Zwiebel produzieren mit dem Arbeitseinsatz von im ersten Jahr 2 Stunden, danach null, dann zwölf gegen 0 Stunden, 13, 0.

Wirtschaft ist in der Tat selbsreferentiell und besteht weit mehr aus Rückkoppelungen als aus objektiven Wertgrößen. Nachdem klar ist, dass noch nicht einmal intrapersonell intertemporale Nutzenvergleiche möglich sind, weil das zu Widersprüchen führt, kann man ruhig die Frage stellen, warum man überhaupt Volkswirte braucht. Einen Ingenieur brauche ich, weil er Blaupausen machen kann. Ein Volkswirt wird mir im besten Fall attestieren, dass ich keine Handlung ergreifen muss, das ist schon alles in Ordnung so. Aber gleichzeitig ist das keine überzeugende Begründung dafür, dass ich ihm ein Gehalt zahlen sollte.

Eigentlich sind die verschiedenen ökonomischen Schulen zurückführbar auf die Frage, wo sie willkürlich den Zirkelschluss des Wertes (der nach österreichischer Meinung nur subjektiv existiert und sich als Marktpreis nach Maßgabe des Grenznutzens ableitet) zertrennen. Die einen setzen das Kapital als reale Größe, die nächsten nehmen die Arbeit. Ist es denn so schwer, einfach einmal anzuerkennen, das nur der Mensch einer Sache Wert geben kann? Der Zwiebel, der Stunde Arbeit, dem Euro und der Zukunft?

Alles ist inhomogen!

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09. Januar 2006

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Steuern sind asozial  
Roland Scheel

Die liebe Bundesregierung möchte haushaltesnahe Dienstleistungen absetzbar machen, um so die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Immerhin bemerkenswert daran ist, dass die Politik implizit einsieht, dass die Besteuerung dieser Dienstleistungen die "weiße Beschäftigung" unattraktiv macht.

Dabei ist es doch so, dass zwei Nachbarn, die jeweils ihre eigene Spülmaschine ausräumen, effektiv so handeln, als räumten sie ihre Spülmaschinen gegenseitig aus. Wenn der eine Nachbar sich nun besser auf das Dübeln und Schrauben verstünde, so könnten die beiden sogar zwei Spülmaschinenausräumungen gegen zwei Bilderaufhängungen tauschen. Das wäre dann wohl nach bisherigem Recht illegale Beschäftigung.

Manche meinen nun, die Abzugsfähigkeit der haushaltsnahen Dienstleistungen widerspreche dem Prinzip, dass nur Werbungskosten, nicht aber private Ausgaben abzugsfähig sein. Das wäre dann richtig, wenn die innerhaushaltlichen Leistungen, so auch die eigenhändige Ausrümung der eigenen Spülmaschine, in der selben Weise der Besteuerung unterworfen würden, wie der Dienst in der Nachbarsküche. Darum geht es bei der Steuer aber nicht. Denn die Steuer ist kein Angriff auf die Arbeit an sich, sondern auf die Kooperation. Der Nachbar wird nämlich nicht deshalb steuerpflichtig, weil er eine Spülmaschine ausräumt, sondern weil es meine und nicht seine ist. Es geht darum, dass der Nachbar seinem Mitmenschen etwas schenkt. Und sein Mitmensch ihm, in welcher Weise auch immer. Das Steuerrecht benutzt den Begriff "entgeltlich", nicht entgeldlich.

Ich könnte mir jetzt natürlich vorstellen, dass es hier um drei Nachbarn A, B und C geht. A räumt B die Spülmaschine aus, B hängt C zwei Bilder auf und C legt bei A die Fliesen. Sofern die drei ihre Bemühungen in irgendeiner Weise entgelten, dann sind diese Leistungen steuerpflichtig. Nach der Argumentation der Befürworter der steuerlichen Abzugsfähigkeit sollte bei der Dreier-Konstellation der selbe Sachverhalt vorliegen, dass eben die Besteuerung die legale Beschäftigung relativ unattraktiv macht. Das selbe würde für eine Gruppe von 4 Nachbarn gelten, für 1000 und auch für 82 Millionen. Machen Steuern nicht allgemein die Arbeitsteilung unattraktiv? Ist dann eben nicht erwartbar, dass das Sozialprodukt, welches eben nur die getauschten Leistungen (nicht aber die erbrachten) misst, in einem Regime der Besteuerung geringer ausfallen muss, als in einer freien Gesellschaft?

Und warum will der Gesetzgeber ausgerechnet die Handwerksdienstleistungen abzugsfähig machen? Es ist eben nicht das Argument, welches genannt wird, denn dann müsste jede Erwerbstätigkeit steuerlich absetzbar sein, denn jede Steuer macht Tauschtransaktionen relativ unattraktiver. Vielmehr sind die abertausenden Handwerkerstunden und Putzarbeiten staatlich nicht zu kontrollieren, die Arbeit in Bereichen mit flacher Fertigungstiefe hingegen aus Gründen der besseren Nachweisbarkeit aber schon. Es geht hier also um Besteuerung nach Durchsetzbarkeit, womit klar sein sollte, dass alle so oft hochgelobten Grundsätze von Besteuerung nach Leistungsfähigkeit und dergleichen eine reine Augenwischerei sind, weil sie spätestens an der Praxis scheitern.

Wie wäre es denn mit der späten Einsicht, dass Steuern an sich in der Weise asozial sind, als dass sie direkt auf die friedliche Kooperation von Menschen zielen, die einfach nur ihre Fertigkeiten gegenseitig gewinnbringend einsetzen wollen? Und dass ein System, welches inhärent den Einsatz bestraft und das Schmarotzertum (Finanzbeamte!) begünstigt, auf lange Sicht nicht funktionieren kann.

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05. November 2005

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Her mit der Vermögensteuer  
Roland Scheel

->Her mit der Vermögensteuer. So jedenfalls fordern es Reiche, die geistig noch reicher sind als materiell, beispielsweise Günter Grass.

Ich erspare mir jetzt lange Worte, sondern schreibe ein paar Definitionen und Formeln hier hin:

Erst einmal ist Vermögen wertmäßig identisch mit dem Barwert der realisierten Erträge bis zur vollständigen Abschreibung. Die durchschnittliche Rendite von Vermögen entspricht dem Marktzins. Vermögen geht aus der Erzielung von Einkommen hervor. Einkommen wird bei seiner Entstehung besteuert (EKSt), bei seiner Verwendung als Konsum (MwSt) und bei seiner Verwendung als Sparleistung (= Investition)(Vermögensteuer).

Der Barwert der auf Vermögen anfallenden Besteuerung ist Vermögen * Vermögenssteuersatz / Marktzins.
Einkommen wird verwendet als Konsum und Investition. Einkommen wird unter Zuhilfenahme des Barwertes der auf Vermögen entfallenden Steuern bei der Konsumquote c, dem EKSt-Satz e, dem Marktzins z, dem Vermögensteuersatz v und dem MwSt-Satz m wie folgt besteuert:
Steuer = Einkommen*e+Einkommen*(1-e)*c*m+Einkommen*(1-e)*(1-c)*v/z

Wir sehen also: Die Vermögenssteuer fällt für jenes Einkommen an, welches nicht konsumiert wird. Statt das Vermögen zu besteuern könnte auch das Einkommen wie folgt besteuert werden (ergibt sich aus Umstellung der vorgenannten Formel, recht trivial):
Steuer = Einkommen *c*(e+(1-e)*m) + Einkommen * (1-c) * (e+(1-e)*v/z)
Jetzt kann ich zwei neue Sätze für m und v so festlegen:
m' = e+(1-e)*m
v' = e*z+(1-e)*v
Danach sieht die äquivalente Formel so aus: Steuer = Einkommen * c * m' + Einkommen * (1-c) * v'/z
Huch, da gibt es ja gar keine Einkommensteuer mehr, sondern nur noch Verwendungssteuern. Tja Leute, die Mathematik ist unbestechlich!

Nun ist es also das Ansinnen der Brechts & Co, die Vermögensteuern zu erhöhen. Bei gleichem Steueraufkommen bedeutet das, die Konsumsteuer zu senken. Wie werden Vielverdiener also reagieren? Nach meinen Dafürhalten wird Konsum billiger, Investition teuerer, also folgt: Die Reichen werden ihr Vermögen lieber verfressen, als es der Besteuerung zu unterwerfen. Die Konsumnachfrage wird entsprechend steigen, die Konsumentenpreise werden steigen, Geringverdiener werden einen Kaufkraftrückgang hinnehmen müssen, Vermögende werden durch Erhöhung des Konsums der Investitionssteuer ausweichen und so ihre Steuerquote senken. Die Investitionen werden zurückgehen und damit die Produktivität der Arbeitnehmer, damit einhergehend ihre Löhne.

Offensichtlich ist es der Wunsch der Proponenten der Vermögenssteuer, die Reichen endlich zu einem Leben in Saus und Braus zu zwingen. Das nenne ich doch mal sozial gerecht.

Nachtrag: Natürlich kann man die Vermögensteuer auch einfach wieder durch eine EKSt ersetzen:
e'' = v'/z
m'' = ((1-v'/z)*m'-v'/z)
v'' = 0
Steuer = Einkommen*e'' + Einkommen*c*m''
Oder ich kann natürlich auch die MwSt völlig streichen. Diese Umformung kann jeder nach Belieben als Hausaufgabe betrachten.

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09. Oktober 2005

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Problem der Gewerkschaften (Update)  
Gregor Raýman

Zuerst muss ich sagen, dass ich die Idee einer Gewerkschaft sympatisch finde. Eine Gewerkschaft ist ein Kartell der Arbeitnehmer, das durch die Kartellbildung den Marktwert ihrer Arbeit erhöhen möchten.

Außerdem sind die Gewerkschaft ein schönes Beispiel, wie freiwillig kooperierende Menschen sich auch ohne staatliche Unterstützung, ja sogar gegen den Widerstand des Staates, organisieren können um ihre Interessen durchzusetzen.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Bildung von Kartellen, solange diese nicht mit marktfremden Mitteln ihre Interessen durchsetzen und um ihre Markanteile kämpfen.

Gegen wen müssen die Kartelle aber kämpfen? Es sind nicht deren Kunden - es sind die außenstehenden Anbieter, die nicht zum Kartell beigetreten sind, in der Hoffung, dass sie mehr Profit im Wettbewerb als in dem Kartell erwirtschaften können. Aus der Sicht der anderen Marktteilnehmer ist ein Kartell „nur“ ein großer Anbieter, der gegen seine Wettbewerber um die Martkanteile kämpfen muss. Wird der Marktanteil eines Kartells zu klein, muss es versuchen die anderen Wettbewerber ins Kartell zu integrieren, oder sie durch die Macht eines Großanbieters vom Markt verdrängen.

Die entscheidene Frage ist, welche Mittel ein Kartell einsetzt, um seine Wettbewerber vom „seinem“ Markt fernzuhalen. Sind es Mittel des Marktes? Oder greift das Kartell zur Gewalt? Einem Kunden die Zusammenarbeit aufzukündigen, wenn er sich auf die Geschäfte mit einem anderem Anbieter einlässt, oder einem anderem Kunden extrem günstige Kondizionen anzubieten (Dumping) sind zulässige Mittel. Dem abtrünnigen Kunden oder dem Wettbewerb mit Gewalt zu drohen, sind es nicht. Zur Gewaltandrohung muss man hier auch die Nutzung der staatlichen Gewalt zählen. Schutzzölle, Einfuhrverbote, staatliche Regulierung des Marktes zu Gunsten eines Kartells sind ebenso marktfremd, wie der Baseballschläger in der Hand eines „Vertrieblers“.

Die Gewerkschaften haben große Errungenschaften für Ihre Mitglieder erkämpft. Sie haben es geschafft, weil sie einen beherrschenden Anteil der Arbeitskraftanbieter in ihrem Kartell vereinen konnten. Doch dies konnten sie nur deswegen erreichen, weil die Rahmenbedingugen aller Arbeitskraftanbieter in ihrem regional begrenzten Mark einigermaßen ausgeglichen waren.

Mit der Globalisierung drängen jedoch andere Arbeitskraftanbieter in den Markt ein, für die die Mitgliedschaft in den deutschen Gewerkschaften keine Option ist. Eine deutsche Gewerkschaft kann einem indischem oder einem polnischen Arbeitnehmer die Mitgliedschaft in ihrem Kartell nicht anbieten - das einzige, was einer deutschen Gewerkschaft übrig bleibt, ist der Versuch ihre auländische Wettbewerber und inländishce Arbeitslose von dem Markt fernzuhalten.

Sie kann es mit den fairen Mitteln wie Streik versuchen (sich um Lohndumping zu bemühen kann sich eine deutsche Gewerkschaft nicht leisten), oder sie kann es mit der Gewalt probieren.

Bisher haben sich die Gewerkschaften eher der staatlich organisierten Gewalt bedient, um die Interessen ihrer Mitglieder gegen die Ausländer und die Arbeitslosen zu schützuen. Die Tarif„autonomie“, das Entsendegesetz, die eingschränkte Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neuen EU-Ländern, das alles sind staatliche Eingriffe in den Arbeitsmark, die die Intressen der Gewerkschaftskartelle marktfremd durchsetzen.

Diese staatlichen Maßnahmen habe ihre Wirkung, doch anscheinend reichen sie nicht. Warum sonst würde Klaus Wiesehügel nichtgenehmen Unternehmen mit Eingreiftruppen drohen, deren genaue Tätigkeitsbeschreibung er wegen möglichen strafrechtlichen Relevanz nicht publizieren möchte?

Zum Thema: ->Artikel in FTD

Update: 2005-10-09

Ich konnte das Zitat lange nicht finden. Dank des WDR bin ich doch drangekommen:

Klaus Wiesehügel - Bundesvorsizender der IG BAU:

Wir werden noch in diesem Jahr mit dem Aufbau einer schnellen, zentral geführten Eingreiftruppe beginnen. Was deren Aufgabe sein wird, werde ich hier nicht weiter öffentlich darlegen, damit es in zu erwartenden Strafgerichtsprozessen nicht gegen uns verwendet werden kann.

Wie schon gesagt, ich akzeptiere, wenn die Gewerkschaften mit Streiks, Boykotts, Mahnwachen, Demonstrationen und ähnlichen Mitteln kämpfen - auch wenn ich nicht immer mit deren Zielen einverstanden bin. Doch wenn die Gewerkschaften den Boden der Rechtstaatlichkeit verlassen wollen, geht es mir entscheidend zu weit. Wenn eine Gewerkschaft zu einer Form der organisierten Kriminalität wird, welche legale Möglichkeit ihre Interessen durchzusetzen, bleibt dann den anständigen Arbeitnehmern?

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25. September 2005

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Hänschens Mondfart - oder doch lieber Steuern effizient eintreiben  
Roland Scheel

Hätte Hans Eichel vor dreizehn Jahren das Wissen von heute gehabt, und wäre er Bundesfinanzminister zu jenem Zeitpunkt gewesen, so hätte er vor der Frage gestanden, ob er gerne -> ein Programmpaket zur effizienten Steuererhebung beauftragen, oder doch lieber jedem Bundesminister ->eine Reise um den Mond gönnen möchte. Ich weiß natürlich, dass der Vergleich hinkt, denn was hat das deutsche Steuerrecht mit Weltraumphysik zu tun? Vermutlich sehr wenig, denn sonst wäre die Aufgabe wohl klarer definiert gewesen, so dass keine 900 Millionen Euro aufgewendet worden wären, um am Ende keine Software zu besitzen.

Womit wir wieder bei einem Fundstück für meine Sammlung der seltsamsten Wirtschaftsleistungen wären. Alles im BSP enthalten. Ein Hoch auf die empirische Volkswirtschaftslehre.

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17. September 2005

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O. S. Card zu Steuern  

Ich finde die Science-Fiction-Bücher von Orson Scott Card ganz gut. Vor allem wegen der Story, aber auch wegen solcher Einblicke in eine fiktive fantastische Welt:

The tax laws are designed to trick people into paying more than they have to. That way the rich who are in the know get to take advantage of drastic tax breaks, while those who don’t have such good connections and haven’t yet found an accountant who does are tricked into paying ludicrously higher amounts.

...

This is how the laws are written. They’re designed to protect the fortunes of people as rich as you, while throwing the main tax burden on people in much lower brackets.

Bin ich glücklich, dass ich in einer echten Welt leben kann, in der es keine Kriege gegen die „Buggers“ gibt und in der ich nicht unter dem ungerechten hegemonialen Steuersystem leiden muss.

Link zum Buch: Orson Scott Card: First Meetings: In Ender's Universe

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