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04. September 2005

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Empirie im Sondermüll  
Roland Scheel

Von Zeit zu Zeit schaue ich durch die Publikationslisten und Beiträge der Wirtschaftsforschungsinstitute und immer wieder gibt es da die so genannten "empirical evidence". Nun frage ich mich allerdings, wie in einem System, in dem 50% der Ausgaben durch den Staat veranlasst sind, überhaupt noch die Informationen bereitstehen sollen, um das an sich schon in seiner Aussagekraft hinterfragbare Sozialprodukt sauber messen und deuten zu wollen. Ich meine jetzt noch nicht einmal das Problem der Aggregatsbildung an sich, denn nach einer subjektivisitischen Werttheorie ist diese überhaupt nicht möglich. Nein: Der Staat kauft bei seinen Wirtschaftssubjekten Leistungen ein, deren Preis eben nicht durch eine Markttransaktion zustande gekommen ist, sondern durch staatliches Handeln. Welche Information über das so zustande gekommene Sozialprodukt habe ich dann?

Wenn beispielsweise die Regierung auf die Idee kommt, eine 10 Milliarden Euro teure Schröder-Büste aufzustellen, dann werde ich diese 10 Milliarden im BSP wiederfinden. Aber was ist denn diese Statur wirklich wert?

Nein, ich denke, die empirischen Ökonomen betreiben ihre Wissenschaft auf einer Datendeponie, die zu 50% aus staatlichem Informationsmüll besteht. Ein Mülltrennungsverfahren wurde bisher nicht gefunden und die beste Verwertung wird wahrscheinlich die Verbrennung sein.

Und am meisten stört mich daran, dass diese Messprobleme sogar noch die schlimmere der beiden Gattungen, die Keynsianer, systematisch bevorzugen, "empirische Beweise" für ihren unhaltbaren Unfug zu finden. So führt ein staatliches Investitionsprogramm, das schuldenfinanziert betrieben wird, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer rechnerischen Erhöhung des BSP.

Ich denke, die Erhebung von Wirtschaftsdaten sollte verboten werden. Dann erübrigt sich auch das Problem der Wirtschaftspolitik.

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