Die Spritpreise wachsen, die Wähler sind sauer, die Politiker wittern eine Chance mit diesem Thema paar Stimmen zu gewinnen.
Erfreulicherweise schloß sich der Forderung nach einer
Strafsteuer auf die Spekulationsgewinne der Ölkonzerne auch der Ulrich Petzold von der CDU. Denn obwohl diese Forderung wirtschaftlich
völlig sinnlos ist, wird sie bestimmt populär sein.
Wie einer meiner Lieblingskomiker zu sagen pflegte: „Das ist so blöd, das wird gefallen!“
Der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs befürchtet,
dass Rohöl noch teurer wird.
Da wäre er, genau wie jeder andere furchtvolle Marktteilnehmer, ja total schlau, wenn er seinen Befürchtungen Ausdruck durch spekulative Käufe verleihen würde. In der Zukunft, wenn sich das befürchtete Szenario eingestellt haben würde, dann würden eben diese Spekulanten ihre Angstkäufe wieder verscherbeln und den Kurs drücken. So, wie sie ihn in der Gegenwart erhöht haben würden.
Aber nein, was rede ich denn da, den Deutschen ist doch bereits klar (gemacht worden):
die Spekulanten glätten keine Kurse, sondern sind schuld an deren übertriebenen Gipfelstürmen und Talfahrten. Was natürlich im Umkehrschluss nur bedeuten kann, dass diese fiesen Spekulanten den Preis hochkaufen, wenn er ohnehin schon teuer ist und ihn runterverkaufen, wenn er schon gefallen ist, so dass die Kurse stärker schwanken, als sie es ohne Spekulanten täten. Das impliziert gleichermaßen, dass diese gemeinen Kerle zudem ihr Geld verzocken und den übrigen Marktteilnehmern quasi schenken.
Also: Wir halten fest: Spekulanten sind böse, weil sie entweder kursglättend reich werden, oder die restlichen Marktteilnehmer mit hysterischen Kursen beschenken. Nee, was für fiese, fiese, böse und gemeine Kerle. Das würde es mit Planwirtschaft natürlich nicht geben. Bei der betreibt man die Fehlsteuerung nämlich wissenschaftlich fundiert.
Für die ökonomischen Allesversteher übrigens: Ich habe ausgeschlossene Kombinationen, die sich nicht realisieren lassen, mit gleichen Farben hinterlegt. Als Merkregel.
Von Zeit zu Zeit schaue ich durch die Publikationslisten und Beiträge der Wirtschaftsforschungsinstitute und immer wieder gibt es da die so genannten "empirical evidence". Nun frage ich mich allerdings, wie in einem System, in dem 50% der Ausgaben durch den Staat veranlasst sind, überhaupt noch die Informationen bereitstehen sollen, um das an sich schon in seiner Aussagekraft hinterfragbare Sozialprodukt sauber messen und deuten zu wollen. Ich meine jetzt noch nicht einmal das Problem der Aggregatsbildung an sich, denn nach einer subjektivisitischen Werttheorie ist diese überhaupt nicht möglich. Nein: Der Staat kauft bei seinen Wirtschaftssubjekten Leistungen ein, deren Preis eben nicht durch eine Markttransaktion zustande gekommen ist, sondern durch staatliches Handeln. Welche Information über das so zustande gekommene Sozialprodukt habe ich dann?
Wenn beispielsweise die Regierung auf die Idee kommt, eine 10 Milliarden Euro teure Schröder-Büste aufzustellen, dann werde ich diese 10 Milliarden im BSP wiederfinden. Aber was ist denn diese Statur wirklich wert?
Nein, ich denke, die empirischen Ökonomen betreiben ihre Wissenschaft auf einer Datendeponie, die zu 50% aus staatlichem Informationsmüll besteht. Ein Mülltrennungsverfahren wurde bisher nicht gefunden und die beste Verwertung wird wahrscheinlich die Verbrennung sein.
Und am meisten stört mich daran, dass diese Messprobleme sogar noch die schlimmere der beiden Gattungen, die Keynsianer, systematisch bevorzugen, "empirische Beweise" für ihren unhaltbaren Unfug zu finden. So führt ein staatliches Investitionsprogramm, das schuldenfinanziert betrieben wird, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer rechnerischen Erhöhung des BSP.
Ich denke, die Erhebung von Wirtschaftsdaten sollte verboten werden. Dann erübrigt sich auch das Problem der Wirtschaftspolitik.
1) Jede Steuer wirkt letztlich wie eine Mehrwertsteuer, weil die Steuerpflicht nicht, wie immer wieder behauptet, am Konsum oder an der Arbeit oder am Gewinn hängt, sondern genau dann auftritt, wenn Eigentumstitel den Besitzer wechseln:
a) Der Kunde im Laden erwirbt einen Eigentumstitel am gekauften Produkt. Ob er das Erworbene konsumiert oder weiterverkauft ist irrelevant.
b) Der Arbeiter verdient sein Geld nicht mit Arbeit, sondern mit dem Übertritt der Eigentumstitel an seinen Arbeitsergebnissen. Arbeitet der Arbeiter, ohne dass die Ergebnisse übertreten, dann fällt keine Steuer an (do-it-yourself ist steuerfrei)
c) der Gewinn fällt genau dann an, wenn ein Veräußerungserlös erzielt wird und entspricht genau dem Erlös, nicht dem Ertrag. Die Erstehungskosten für seine Produkte kann ein Unternehmer zum Zeitpunkt der Entstehung als Verlust ausweisen. Dies ist negativer Gewinn, der im Saldo mit dem Gewinn der Verkäufers 0 ergibt. Kommt das Produkt zum Endkunden, darf dieser den Verlust nicht mehr steuerlich geltend machen. Wie bei der Mehrwertsteuer.
2) Wer die Steuern zahlt ist nicht berechenbar. Werden zwei Parteien handelseinig, so passiert folgendes: Partei A überlässt Partei B Eigentumstitel an irgendeiner Sache. Partei B zahlt eine vereinbarte Summe (oder auch Waren). Von dieser Summe erhält A nur einen Teil. Der Staat erhält einen Anteil an der von B gezahlten Summe, so dass die Summe, die A erhält, und die Summe, die der Staat erhält, die Summe ergibt, die B zahlt. Die Steuern ergeben sich aus: MwSt, Lohnsteuer, KESt, GewESt, SV-Abgaben und dem ganzen Klumpatsch. Dass alle diese Steuern an dieselbe Transaktion gebunden sind, ist oben bereits beschrieben.
3) Marktpreise ergeben sich immer aus Nachsteuernachfragen und -angeboten. Für den Nachfrager ist es irrelevant, wieviele Steuern er zahlt und wieviel Arbeitslohn oder Unternehmergewinn. Aufbringen muss er den Bruttopreis, also die Summe von beidem. Für den Anbieter ist es irrelevant, wie viel der Nachfrager zahlt, er erhält das Netto, die Steuern bekommt er nicht in seine Krallen. Die Nachfrage ist folglich unter Besteuerung niedriger, wenn man Preiselastizität der Nachfrage unterstellt. Das Angebot ist folglich unter Besteuerung ebenfalls niedriger, wenn man Preiselastizität des Angebots unterstellt. Das Preisniveau insgesamt ist höher, denn sonst hätte die Steuer keinen Effekt. Eine Steuer, die keinen Effekt hat, ist aber keine Steuer. Die arbeitsteiligen Umsätze der Wirtschaft sind geringer, die als Ergebnis der Arbeitsteilung zur Verfügung stehenden Güter sind anzahlmäßig geringer. Die do-it-yourself-Versorgung nimmt zu. Die Empfängerseite der Steuern allerdings sind hier noch nicht berücksichtigt: Die Empfänger der Steuern erhalten die Steuern, ohne einen Leistungsnachweis im Sinne von realisierten Markttransaktionen zu bringen. Sie werden deshalb zu einem gewissen Teil leistungsfrei erzielt. (Beispiel: Finanzbeamte)
Aus alle dem resultiert: Die Effekte der steuerinduzierten Umverteilung sind nicht quantifizierbar, sie belasten letztlich immer auch den Letztbesitzer eines Gutes, wirken der Arbeitsteilung entgegen und mindern so die Effiziens und fördern gleichermaßen leistungsfreie Beschäftigung und Unbeschäftigung.
Vielleicht erweise ich mich ja wieder zu dumm zum Denken (resp. Scheißen, vgl.
Davids Kommentar auf meine Wahlempfehlung für die Grünen), aber rechne mir doch bitte jemand einmal den Unterschied zwischen nachgelagerter Besteuerung und Besteuerung zu sofort vor.
Ich mache das so:
Grundannahmen: Zinssatz 10% Anlagesumme 100.000 Euro eingenommen durch Bruttoverdienst, 10 Jahre Anlagezeitraum, Steuersatz 50%
Sofortige Besteuerung: 100.000 Euro Brutto - 50.000 Steuer = 50.000 Euro. Verzinst nach 10 Jahren: 50.000*(1,1^10) = 50.000 * 2,59 = 129500 Euro.
Nachgelagerte Besteuerung: 100.000 Euro Brutto verzinst nach 10 Jahren: (1,1^10)*100.000=259.000 Euro, Steuer bei Entnahme: 129500 Euro, also Netto = 129500 Euro.
Also stellen wir fest: Während der Anleger bei nachgelagerter Besteuerung satte 129500 Euro erzielt, kommt der Sofort-Besteuerte nur auf klägliche 129500 Euro.
Seit geraumer Zeit beschäftigt mich ein Rätsel, ein Mysterium, dessen Lösung sich mir nicht erschließen will - Die Arbeitslosigkeit.
Zuerst muss man feststellen, dass es immer genug Arbeit gibt. Die meisten Autobahnen sind noch nicht achtspurig, die Rechtschreibung noch nicht fertig reformiert, es mangelt an Pflegekräften, die Harry Potter Serie hat nur 6 Teile, das alternative Betriebsystem Linux könnte paar zusätzliche Scanner- und Druckertreiber gebrauchen und es gibt unzählige Bücher, die noch nicht ins Deutsche übersetzt worden sind.
Nun, dummer Gregor, werden jetzt die Leser denken, bei der Arbeitslosigkeit geht es ja nicht darum, dass die Leute nichts zu tun hätten, es geht darum, dass die Leute für die Arbeit auch bezahlt werden möchten. Und offensichtlich bist Du, ja auch Du, nicht bereit, genug Geld für deine Wünsche auszugeben, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Ja, das stimmt. Ich gebe zu, auf vieles, was ich gerne haben würde, verzichte ich, weil der verlangte Preis mir es nicht wert ist. Ich verzichte auf einen persönliche Trainer, fahre mein Auto selbst, verzichte darauf, den Inhalt neuster finnischen Bücher zu kennen und Klavierspielen lerne ich selbst aus Büchern für Dummies.
Aber das Mysterium, das mir aus dem Kopf micht gehen will, lautet:
Warum gibt es nicht genug Geld, um die Arbeitsleistung der Menschen zu kaufen, wenn es Geld gibt, um sie in der Arbeitslosigkeit, ohne Gegenleistung, zu unterstützen?
Es ist schon paar Jahre her, kurz nach der Wende, noch vor der Wiedervereinigung... kurz nach der Währungsunion tauchten auf den ostdeutschen Straßen Bettelkinder auf. Sie kamen aus den armen Ecken Osteuropas, Rumänien? Bulgarien? ich weiß es nicht genau, denn deren Sprache habe ich nicht verstanden. Nur auf kleinen Zetteln, die sie in den Passanten entgegenhielten, stand das Gleiche, was man auch in deren traurigen Augen lesen konnte: „Bitte helfen Sie. Ich habe Hunger.”