... und ich unterstütze explizit auch die Cartoonisten und die Redaktion von Jylland Posten und anderen Zeitungen, in denen die Mohamedkarikaturen abgedruckt wurden.
Mir ist bewusst, dass diese Blasphemie die Gefühle der Muslime verletzt, und ich kann verstehen, wenn sie Jylland Posten boykottieren. Sie schulden Jylland Posten nichts, sie schulden Dänemark nichts (ausgenommen diejenigen, die in Dänemark eine neue Heimat gefunden haben).
Aber ich bestehe darauf, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung Vorrang vor verletzten Gefühlen hat. Schließlich hat Jylland Posten nicht gegen die Muslime gehetzt. Er hat sich nur über die Terroristen, die Unterdrückung der Frauen in islamischen Ländern und die Intoleranz lustig gemacht. Setzen die Muslime dies und den Islam etwa gleich?
Doch genauso wie das Recht auf freie Meinungsäußerung einen Vorrang vor den Gefühlen der Muslime hat, so es such den Vorrang vor den Gefühlen der Katholiken.
Auch sie können sich durch Cartoons verletzt fühlen, und auch sie können Jylland Posten MTV boykottieren und nie wieder einen Klingelton von Jamba kaufen. Aber auch sie müssen damit leben können, dass man sich über ihre Überzeugungen und ihre Religion lustig macht.
Schließlich, wie ich neulich in einem
lesenswerten Blog gelesen habe, kann man den Gott nicht beleidigen. Denn wenn man sich über eine Religion und ihre Traditionen und Institutionen lustig macht, geht man davon aus, dass sie nicht wahr ist. Würde man an sie glauben, würde man sie nicht beleidigen.
Mein Fazit also: Der Papst ist nicht heilig und auch über den Papst kann man lachen. Und solange
Popetown nicht gegen die Katholiken hetzt, sondern sich über sie lustig macht, soll MTV das Recht haben, die Sendung zu senden. Ob ich mir die Sendung anschauen werde, das ist eine ganz andere Frage.
Tiefer als bereits durch die Klingeltonwerbung kann MTV nicht mehr sinken.
Dänemarks Soldaten im Irak verteilten Flugblätter, in denen sie sich von den Mohammed-Karikaturen distanzieren.
Praktisch jede westliche Regierung hat sich dagegen verwahrt, die Moslems beleidigen zu wollen.
Der Karikaturenstreit findet doch hauptsächlich zwischen den zwei Lagern statt, die gerade von einander noch am meisten profitieren: Islamisten da, Rechtsextreme hie.
Wenn man möchte, dass die Dänen frei reden können, sollte man sie anhören und nicht mit pseudosolidarischen Parolen niederbrüllen.
Nur weil man das formal das Recht dazu hat, hat man es noch nicht moralisch. Hier Sympathie mit Dänemark vorzuschieben zeugt allenfalls davon, dass einem zumindest die offizielle Haltung der dänischen Regierung einen feuchten Dreck interessiert, und gleichermassen die Sicherheit der dänischen Soldaten im Irak.
Die Karikaturen, die in Jylland Posten veröffetlicht wurden, haben keinen einzigen anstängien Moslem beleidigen können. Die beleidigten Moslime waren entweder nicht korrekt informiert, oder nicht anständig.
Es besteht ein großer Unterschied ziwschen "sich über etwas lustig zu machen" und "jemanden beleidigen".
Und es ist keineswegs rechtsextrem, sich über die moslemischen Terroristen lustig zu machen. Die Aktion von JP hat deutlich gezeigt, dass die Redefreiheit in den meisten islamischen Ländern extrem eingeschränkt ist, und dass sie sich bemühen, sie auch hier bei uns zu beschränken.
Sie hat auch gezeigt, dass die bigotte Anbetung einer Religion vielen Moslems auch hier in Europa wichtiger ist, als die Werte der Redefreiheit und der Toleranz. Das ist traurig, schuld daran ist aber nicht JP. Sie haben diese Tatsache nur demonstriert, sie haben diesen Zustand aber nicht verursacht.
MTV und Brown haben dann gezeigt, dass es mit der Toleranz und der Anerkennung der Redefreiheit als eines der fundamentalten Werte unserer Gesellschaft auch unter den Christen nicht besonders gut steht. (Wenn auch die einen zur direkt zur Gewalt greifen, die anderen sich der Gewalt des demokratischen Staates bedienen möchten)