Oswald Metzger
verwechselt die Ursache mit ihrer Wirkung, wenn er behauptet, dass Israel mit seiner Kriegsführung denn Hass schüre. Doch in einem Punkt hat er Recht. Mit einem Krieg, auch mit einem Verteidigungskrieg, gewinnt man selten Sympathiepunkte bei seinen Feinden.
Die Frage ist, ob sich Israel um die Sympathie bei seinen Feinden überhaupt noch bemühen sollte.
Eins ist klar, um seine Existenz zu sichern, reichen Israel militärische Siege jedoch nicht. Israel muss auch die Herzen seiner Nachbarn gewinnen. Leider ist es schwer vorstellbar, wie Israel die Liebe in die Herzen seiner Nachbarn tragen kann. Die Herzen sind von Hass bereits überfüllt. Egal was Israel macht, er wird von seinen Nachbarn gehasst und von der „Weltöffentlichkeit“ kritisiert. Israel kann kämpfen - und so den Hass gegen sich schüren, oder sich zurückzuhalten - und so die Schürung des Hasses neben seiner Vernichtung seinen Feinden zu überlassen.
Was bleibt Israel in dieser tragischen Lage noch übrig? Wie kann Israel die Herzen seiner Nachbarn gewinnen?
Es ist nicht die Liebe, es ist leider nur die Angst, die Israel in die Herzen seiner Feinde tragen kann. Die Angst und das Gefühl der Ohnmacht, einem überlegenem und nicht verzeihendem Feind gegenüberzustehen. Die Überzeugung, dass jeder Angriff aussichtslos ist.
Dies ist leider die einzige Möglichkeit, die Israel seine Feinde übrig ließen. Die einzige Alternative wäre der Selbstmord.
Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass jedes Entgegenkommen als ein Zeichen der Schwäche interpretiert wird. Und das jedes Zeichen der Schwäche als eine Einladung zur mehr Gewalt verstanden wird.
Die letzten Jahrzehnte haben auch gezeigt, dass das Völkerrecht, die UNO, die „Weltöffentlichkeit“ oder der „Westen“ die Existenz Israels sichern können oder wollen.
Der größte Fehler, den Israels Politiker gemacht haben, ist, dass sie diese Tatsachen nicht akzeptiert haben wollten. Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie haben versucht ein totes Pferd zu reiten, statt der entsätzlichen Realität in die Augen zu schauen und ihr paar Zähne auszuschlagen.
Die Hamas, die Hisbolla und die anderen staatlichen und nicht staatlichen Terrororganisationen sind für ihre Angriffe auf Israel verantwortlich. Sie tragen Schuld an dem Tod der Zivilisten, die sie gezielt angreifen oder sie als Schutzschilde benutzen.
Aber einen Teil der Verantwortung trägt auch Israel. Durch seine Zurückhaltung lässt er zu, dass die menschlichen Schutzschilde wirken - und nur deswegen werden sie eingesetzt. Durch seine Diskussionbereitschaft hat er die Angst seiner Gegner verringert. Durch jeden Gefangenenaustausch in der Vergangenheit, einem neuen Angriff und einer neuen Entführung eine Erfolgschance zugebilligt.
Israel - und alle, die an einem Frieden im nahen Osten interessiert sind - müssen anerkennen, dass der Hass gegen Israel eine Konstante unter seinen Feinden ist. Feinden, mit denen kein Frieden ausgehandelt werden kann. Ihre Niederlage, ihre Abschreckung, das ist leider die einzige Chance auf den Frieden im nahen Osten. Auf einen unschönen Frieden - einen Frieden voller Hass - doch immerhin einen Frieden, in dem Menschen nicht, wie in diesem Krieg, sterben.
Den Hass gegen Israel kann man leider nicht besiegen. Seine Träger schon.
"Seine Träger schon."
Meinst du wirklich?
Ja das meine ich. Eine Niederlage kann nämlich manchmal auch für den Besiegten etwas positives sein. Wie für Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.
Mal ein abstrakter vergleich der Situation im Libanon mit
der Deutschen.
Sollten in Deutschland rechtsradikale Extremisten
beispielsweise jüdische Geschäfte anzünden oder
paramilitärische Aktionen gegen das "Sudetenland" (ein
Gebiet im heutigen Tschechien) durchführen, ohne dass diese
Über- und Angriffe verfolgt, bekämpft, hart bestraft und
damit gänzlich eindämmt würden, dann hätten wir ähnliche
Zustände. Es ist sehr schade für den Staat Libanon, dass er
seine Hisbollah nicht, wie der Deutsche Staat seine
Neonazis, zu einer verachtenswerten Randgruppe hat verkommen
lassen.
Für den Deutschen Staat brauchte es dazu die Stunde Null.
Eine totale Niederlage. "Mehr" als ein Kriegsende a´la 1918.
Scheinbar schreien die arabischennd persischen Regime auch
nach einer totalen Niederlage. Der Iran reichert Uran
selbstverständlich nur zu friedlichen Zwecken an etc.pp.
interessant in diesem Kontext:
www.zeit.de/2006/32/Iran
Völlig einverstanden. Es gibt für Israel keine Alternative.
Zum Glück gibt es auf dieser Welt tatsächlich noch Menschen, die Ihre Vernunft gebrauchen und sich nicht von den Medien zu falschen Schlüssen haben hinreißen lassen.
Ich stimme allen Kommentaren in diesem Kontext zu.
Ich allerdings möchte allerdings drüber hinaus fragen, was passieren würde, wenn es den Staat Israel nicht mehr gäbe, sprich von der muslimischen Welt verschlungen würde. Ich möchte das Problem also noch ein bisschen drastischer formulieren: Es geht hier nicht um irgendeinen Krieg der zufällig zwischen Libanon und Israel geführt wurde, sondern dieser Krieg ist ein Stellvertreterkrieg zwischen der muslimischen Welt und unserer aufgeklärten jüdisch-christlichen Gesellschaft mit ihren Werten und Normen.
Wenn wir Christen, und ich betone das hier, weil ich glaube, dass der Großteil in diesem Forum getauft ist, dem Islam (Stichwort "schleichende Scharia") nichts entgegenzusetzen haben, und ich spreche hier von christlichen Werten, dann werden wir früher oder später - dann nämlich wenn Israel nicht mehr als Puffer zwischen den beiden Weltsichten existiert - auch von diesem Islam geschluckt.
Es ist an uns Christen, die Zeichen der Zeit, die Wahrheit, mittels der Vernunft zu erkennen, es aber nicht dabei zu belassen, sondern diese Wahrheit zur Sprache zu bringen!!