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04. August 2006

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Hass gegen Israel schürt seine Kriegsführung  
Gregor Raýman

Oswald Metzger ->verwechselt die Ursache mit ihrer Wirkung, wenn er behauptet, dass Israel mit seiner Kriegsführung denn Hass schüre. Doch in einem Punkt hat er Recht. Mit einem Krieg, auch mit einem Verteidigungskrieg, gewinnt man selten Sympathiepunkte bei seinen Feinden.

Die Frage ist, ob sich Israel um die Sympathie bei seinen Feinden überhaupt noch bemühen sollte.

Eins ist klar, um seine Existenz zu sichern, reichen Israel militärische Siege jedoch nicht. Israel muss auch die Herzen seiner Nachbarn gewinnen. Leider ist es schwer vorstellbar, wie Israel die Liebe in die Herzen seiner Nachbarn tragen kann. Die Herzen sind von Hass bereits überfüllt. Egal was Israel macht, er wird von seinen Nachbarn gehasst und von der „Weltöffentlichkeit“ kritisiert. Israel kann kämpfen - und so den Hass gegen sich schüren, oder sich zurückzuhalten - und so die Schürung des Hasses neben seiner Vernichtung seinen Feinden zu überlassen.

Was bleibt Israel in dieser tragischen Lage noch übrig? Wie kann Israel die Herzen seiner Nachbarn gewinnen?

Es ist nicht die Liebe, es ist leider nur die Angst, die Israel in die Herzen seiner Feinde tragen kann. Die Angst und das Gefühl der Ohnmacht, einem überlegenem und nicht verzeihendem Feind gegenüberzustehen. Die Überzeugung, dass jeder Angriff aussichtslos ist.

Dies ist leider die einzige Möglichkeit, die Israel seine Feinde übrig ließen. Die einzige Alternative wäre der Selbstmord.

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass jedes Entgegenkommen als ein Zeichen der Schwäche interpretiert wird. Und das jedes Zeichen der Schwäche als eine Einladung zur mehr Gewalt verstanden wird.

Die letzten Jahrzehnte haben auch gezeigt, dass das Völkerrecht, die UNO, die „Weltöffentlichkeit“ oder der „Westen“ die Existenz Israels sichern können oder wollen.

Der größte Fehler, den Israels Politiker gemacht haben, ist, dass sie diese Tatsachen nicht akzeptiert haben wollten. Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie haben versucht ein totes Pferd zu reiten, statt der entsätzlichen Realität in die Augen zu schauen und ihr paar Zähne auszuschlagen.

Die Hamas, die Hisbolla und die anderen staatlichen und nicht staatlichen Terrororganisationen sind für ihre Angriffe auf Israel verantwortlich. Sie tragen Schuld an dem Tod der Zivilisten, die sie gezielt angreifen oder sie als Schutzschilde benutzen.

Aber einen Teil der Verantwortung trägt auch Israel. Durch seine Zurückhaltung lässt er zu, dass die menschlichen Schutzschilde wirken - und nur deswegen werden sie eingesetzt. Durch seine Diskussionbereitschaft hat er die Angst seiner Gegner verringert. Durch jeden Gefangenenaustausch in der Vergangenheit, einem neuen Angriff und einer neuen Entführung eine Erfolgschance zugebilligt.

Israel - und alle, die an einem Frieden im nahen Osten interessiert sind - müssen anerkennen, dass der Hass gegen Israel eine Konstante unter seinen Feinden ist. Feinden, mit denen kein Frieden ausgehandelt werden kann. Ihre Niederlage, ihre Abschreckung, das ist leider die einzige Chance auf den Frieden im nahen Osten. Auf einen unschönen Frieden - einen Frieden voller Hass - doch immerhin einen Frieden, in dem Menschen nicht, wie in diesem Krieg, sterben.

Den Hass gegen Israel kann man leider nicht besiegen. Seine Träger schon.

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