(erhöht deren Produktivität)
Man müsste ja meinen, dass Sprachwissenschaftler ontologisch ungemein sattelfest sind, ist aber wohl doch nicht der Fall.
Also, für alle, die es nicht wissen:
Entlassungsproduktivität bezeichnet das Phänomen, dass die Produktivität pro verbliebenem Arbeitnehmer steigt (nicht aber die Produktivität des einzelnen Arbeitnehmers), wenn minderproduktive Arbeitnehmer entlassen werden. Der Effekt ist ein rein statistischer: Die hohen Lohnanforderungen durch Gewerkschaften und den Gesetzgeber schießen minderproduktive Unternehmen aus dem Rennen. Die verbleibenden Unternehmen haben i.d.R. eine höhere Kapitalausstattung und so ergibt sich durch die Verringerung des Nenners im Quotienten Ausstoß/Arbeitnehmer eine höhere Produktivität pro Arbeitnehmer.
Die Jury ist wohl Deutungen gefolgt, die schon Gerhard Schröder und andere angestellt haben, leider aber haben sie den Begriff nicht verstanden. Der Angriff, es ginge um die Erhöhung der Produktivität der verbleibenden Arbeitnehmer durch deren Angst vor Arbeitslosigkeit, steht völlig neben der Bedeutung des Begriffs. Aber egal, klein Lieschen findet's Klasse und freut sich jetzt schon auf das nächste Unwort.