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16. September 2006

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Die Spitze des Gammelfleischberges  
Roland Scheel

->N-TV berichtet, dass die bisher gefundenen 1500 Tonnen Gammelfleisch erst die Spitze des Eisberges seien.

Jeder weiß, dass Eisberge zu 1/11 aus dem Wasser ragen. Nehme ich also den Vergleich wörtlich, dann befinden sich in Deutschland 16500 Tonnen Gammelfleisch. Nehme ich ferner an, dass diese Menge in zwei Jahren umgesetzt wird (eine sehr hohe Schätzung, weil Gammelfleich bekanntlich erst einmal mindestens ein Jahr auf Halde liegen muss, um überhaupt Gammelfleisch zu werden), dann kann ich folgende Berechnung anstellen:

Fleichkonsum in Deutschland pro Jahr: ca. 5,01 Mio. Tonnen
Gammelfleischanteil: 8,25 tsd. Tonnen.
Gammelfleischanteil: 0,16%
Das macht bei 61 kg Fleischkonsum pro Kopf und Jahr eine Menge von 97 Gramm Gammelfleisch.

Nehme ich an, dass diese Menge vorwiegend verwurstet auf den Frühstückstisch gelangt, dann ergeben sich atemberaubende 0,27 Gramm Gammelfleischaufnahme pro Tag und Kopf. Nicht, dass wir am Ende dabei noch tot bleiben! Wir brauchen dringen eine Verdoppelung - ach, was sage ich - Versiebenfachung der Zahl der Fleischkontrolleure.

permalink

(2006-09-18 17:09:58)Stefan Sedlaczek: Warum?

Also tatsächlich scheint die Erscheinung Gammelfleisch dann doch keine Frage eines Überangebotes an Fleisch zu sein. Denn sonst sollten wir vielleicht mehr Fleisch essen oder anderenfalls sollten die Fleischpreise sinken (solange sie das noch dürfen).

Und genau da scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen. Wieso lagert jemand 4 Jahre Fleisch, welches er nie wird verkaufen können (sonst hätte er es ja getan)?

Es ist nur eine Vermutung, aber wie ware es hiermit: Bei einem Verkauf des Fleisches (unter Preis) oder einem Wegwerfen desselben (um Kühlkosten zu sparen) müßte das Gammelfleisch ausgebucht werden, die Bilanz wäre im Eimer, der Geschäftsführer müßte Insolvenz anmelden.

Es gibt nicht nur hier Unternehmen, die dermaßen auf dem Zahnfleisch gehen, daß sie nur mit solchen Tricks überleben. Das Hoffen auf bessere Zeiten führt noch zu solchen Existenzkämpfen. Wehe uns, wenn die Hoffnung ganz nachläßt.

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