(erhöht deren Produktivität)
Man müsste ja meinen, dass Sprachwissenschaftler ontologisch ungemein sattelfest sind, ist aber wohl doch nicht der Fall.
Also, für alle, die es nicht wissen:
Entlassungsproduktivität bezeichnet das Phänomen, dass die Produktivität pro verbliebenem Arbeitnehmer steigt (nicht aber die Produktivität des einzelnen Arbeitnehmers), wenn minderproduktive Arbeitnehmer entlassen werden. Der Effekt ist ein rein statistischer: Die hohen Lohnanforderungen durch Gewerkschaften und den Gesetzgeber schießen minderproduktive Unternehmen aus dem Rennen. Die verbleibenden Unternehmen haben i.d.R. eine höhere Kapitalausstattung und so ergibt sich durch die Verringerung des Nenners im Quotienten Ausstoß/Arbeitnehmer eine höhere Produktivität pro Arbeitnehmer.
Die Jury ist wohl Deutungen gefolgt, die schon Gerhard Schröder und andere angestellt haben, leider aber haben sie den Begriff nicht verstanden. Der Angriff, es ginge um die Erhöhung der Produktivität der verbleibenden Arbeitnehmer durch deren Angst vor Arbeitslosigkeit, steht völlig neben der Bedeutung des Begriffs. Aber egal, klein Lieschen findet's Klasse und freut sich jetzt schon auf das nächste Unwort.
Es ist schon manchmal verwunderlich.
Da wird also Fleisch gammelig, weil es nicht schnell genug abgesetzt werden kann, da sollen höhere Preise das Problem beheben. Wo doch höhere Preise für geringere Nachfrage sorgen und damit davon auszugehen wäre, dass das Fleisch demnächst noch länger auf seinen Käufer wartet.
Na, wenigstens will man eine Ausnahme machen, wenn beispielsweise
das Fleisch zu verderben droht.
Und Attac erkennt, dass Lidl Dauerdumping betreibt, also Jahrzehnte unter Einstand verkauft. Seltsam, dass die noch nicht pleite sind.
Das ist mir alles wieder viel zu durchdacht!
Die junge Welt veröffentlicht eine
Strafanzeige gegen Wolfgang Clement wegen Volksverhetzung. Die Klägerin nimmt Bezug auf den
Report "Vorrang für die Anständigen". In diesem Report wird Ibrahim, der Sänger aus dem Libanon, der wider den Bestimmungen zum ALG II wohl bezahlte Leistungen erbringt, die er nicht deklariert hat, indirekt mit einem Parasiten verglichen.
Es heißt im Text "Biologen verwenden für ›Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben‹, übereinstimmend die Bezeichnung ›Parasiten‹. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen. Schließlich ist Sozialbetrug nicht durch die Natur bestimmt, sondern vom Willen des einzelnen gesteuert."
Sollte der Autor (war es Wolfgang Clement?) mit seiner These Recht haben, dass Menschen deshalb nicht als Parasiten bezeichnet werden können, weil sie sich zum vergleichbaren Verhalten willentlich entscheiden, dann müsste man vielleicht einfach den Begriff "Sozialbetrüger" verwenden. Gut, so heissen dann Menschen, die zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse - auch zeitweise - auf Kosten anderer Menschen leben, ab jetzt Sozialbetrüger.
Jetzt stellt sich die Frage: Was sind Kosten? Ich denke, dass ich mich gutem Recht sagen kann, dass beispielsweise dem Steuerzahler Kosten durch die Steuerpflicht entstehen. Ich kann wohl auch sagen, dass beispielsweise Wolfgang Clement seine Bedürfnisse befriedigt hat, indem er sein staatliches Einkommen bezogen hat. Ich kann wohl auch sagen, dass er dieses auf Kosten des Steuerpflichtigen getan hat. Also muss ich wohl konstatieren, dass Wolfgang Clement ein Sozialbetrüger ist. Und warum hacke ich jetzt ausgerechnet auf Wolfgang Clement herum, anstatt mich mit dem Cabriofahrer aus dem Libanon ausgiebig zu beschäftigen? Ganz einfach: Wolfgang Clement arbeitete für die Organisation, welche eben diese Kosten erst enstehen lässt und hat selbst an der Auflage des ALG II maßgeblich mitgewirkt. Ohne die staatlichen Umverteilungssysteme auch kein Leben auf Kosten anderer. Ibrahim hat das ALG II nicht erfunden. Und es war auch nicht Ibrahims Wille, dass das ALG II Gesetz wurde. Es scheint wohl eher ein Bedürfnis von Wolfgang Clement gewesen zu sein, dieses einzuführen.
Es wäre auch unpraktisch, den Willen zum Betrug nicht als das kennzeichnende Kriterium für Betrug zu nehmen. Sonst wären wir in unserem System des "alle befriedigen allen alles auf Kosten aller anderen" wohl alle Betrüger. Na, wenn das dann nicht mal Volksherhetzung wäre, alle zu Parasiten zu erklären!
Zum Glück gibt's keinen Paragraphen gegen Politikerverhetzung. Um zum Glück kam ich haarscharf darum herum, Wolfgang Clement als Parasiten zu bezeichnen, obwohl die Versuchung so groß erscheint.
L. VON MISES versuchte, sogar wirtschaftl. Rationalität ausschließlich für den K. zu beanspruchen. E. HEIMANN hat dagegen sowohl den K. als auch den Sozialismus als Systeme der Wirtschaftsrationalität aufgewiesen, in denen der Konsum alleiniger Wirtschaftszweck und die Arbeit bloßes Mittel ist.
Ein System ohne Preise kann nicht rationell sein, weil keinerlei Informationen über rationelle Mittelverwendung vorliegen. Das wurde nicht nur
wasserdicht von Ludwig v. Mises bewiesen, sondern ist, so meine ich, hinreichend empirisch abgestützt. Man muss bedenken, dass die Staaten, die eine orthodoxe sozialistische Zentralplanung implementiert hatten, noch das Glück hatten, auf Preise im westlichen Ausland zurückzugreifen zu können. Das hat deren Arbeit erleichtert. Wenn man die 12 Jahre Wartezeit in Ostdeutschland für Plastikschleudern bedenkt, und dass im Verschleißfall keine Ersatzteile zu bekommen waren, dann müsste man einer Person, die mit dem heutigen Wissen behauptete, die sozialistische Produktionsweise sei ein System zur rationellen Mittelverwendung, schwerwiegende kognitive Defekte attestieren.
Die technolog. Dynamik des K., begünstigt durch die Entfaltung des Kapitalmarktes, schuf den Großbetrieb, wodurch die unternehmerische Macht gestärkt wurde und z. T. {siehe:}Monopole entstanden.
Man nenne mir ein historisches privates Monopol, ich werde jeweils mit 10 staatlichen kontern. Letzendlich kann - die Begründung führt hier zu weit - die Existenz aller schädlichen Monopole auf gewaltsame Durchsetzung dieser Monopole zurückgeführt werden. Auch das Ständewesen. Und in unserem System ist die Gewalt monopolisiert! Monopole macht der Staat, nicht der Markt. In den totalitären System gut nachweisbar.
Die Proletarisierung im Zuge der {siehe:}Industriellen Revolution führte aber auch zu schweren sozialen Mißständen (Kinderarbeit, lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen), verschärft durch period. Krisen, die im K. der Anpassung des Systems und der Korrektur der Entwicklung dienen.
Erst einmal zur Kinderarbeit. Wer glaubt, dass vor der industriellen Revolution, in der das Leben kärglich und überwiegend in Armut verbracht wurde, 6-jährige Kinder nicht auf dem Feld mitarbeiten mussten, sondern ein entspanntes Leben bis zur Volljährigkeit hatten, der kann auch nicht mehr ganz bei Trost sein. Der Kapitalismus ist ursächlich für den Rückgang der Kinderarbeit. Dass sich an Produktionszentren die Ärmsten der Armen versammeln mussten, weil die Fabrik die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben war, ist selbsterklärend. Dass die Ärmsten der Armen an solchen Zentren haufenweise zu sehen waren, ist direkte Folge. Dass Beobachter den Eindruck der Verelendung durch die Fabrik haben mussten, ergibt sich durch das augenfällige gemeinsame Auftreten von beidem. Der Schluß, Industrialisierung führe zur Verarmung aber ist grotesk und zeugt von einem kindlich naiven Wirtschaftsverständnis.
Und Krisen dienen auch nicht der Anpassung des System und der Korrektur der Entwicklung, Krisen können einfach auftreten, weil der Mensch nicht perfekt planen kann, da nicht genügend Informationen vorliegen. Der Kapitalismus aber ist das System, in dem diese Informationen sich frei ausprägen können. Ein Grund seiner Überlegenheit vor den informationsverzerrten Systemen der zentralen Planung.
Und zu aller letzt auch noch das:
Die Kritik am K. hat diesem stets neue Impulse gegeben: Marx' Verelendungstheorie konnte letztlich schon deshalb nicht recht behalten, weil seine eigenen Erkenntnisse zur Reform des K. Anlaß boten.
Der totalitäre und menschenfeindliche Marx als Retter des Kapitalismus vor der selbstgeschaffenen Verelendung der Massen. Ich bin sprachlos. Vielleicht befragen wir ein paar Nordkoreaner über ihr Glück.
So sagt er in einem ZDF-Report: " Erst geben wir den Tarifpartnern die Chance, und wenn die Tarifpartner die Chance nicht nutzen, dann werden wir als Gesetzgeber hier dafür sorgen, dass die Löhne auch ordentlich bezahlt werden."
Mein Berufziel ist jetzt auch Chanceneröffner. Ich stelle mir das so vor: Ich laufe durch die Straßen und halte Dahergelaufenen einen bulligen Revolver unter die Nüstern und erkläre ihnen: "Ich bin gekommen, um Ihnen eine Chance zu eröffnen. Geben Sie mir all ihr Geld. Wenn Sie die Chance nicht nutzen, dann werde ich hier dafür sorgen, dass sie einen ordentlichen Schock blauer Bohnen ins Revers bekommen."
Zur Rente meint der "liberale" Herr Kirchhof, man könnte
"eine Versicherungspflicht einführen wie bei der Kfz-Versicherung, oder die Menschen verpflichten, in ein staatliches Zwangssystem einzuzahlen"
Mir fiele da noch die Variante ein, dass es keinen Zwang zu keinem der beiden Systeme geben könnte. Aber vielleicht bin ich nicht liberal genug, um zu erkennen, dass die Menschen zur Freiheit gezwunden werden müssen.
Und immerhin hat Angela "Maggie" Merkel erkannt, dass ein kapitalgedecktes System nicht möglich ist. Vor Jahren wohl schon, aber jetzt nicht mehr.
Kommt Leute, der Liberalismus in Deutschland ist tot, hat es noch niemand gemerkt?
Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass diejenigen, die das Wort "liberal" als Teil des Begriffes führen, unter dem ihre politische Verortung verzeichnet wird, geplante Steuersenkungen mit dem Argument unterstreichen, dass sinkende Steuersätze mitunter zu steigenden Steuereinnahmen führen.
Da können wir folgendes feststellen: Offensichlich geht es den sich so nennenden "Liberalen" darum, Staatseinnahmen zu maximieren. Dieses Ansinnen liberal zu nennen bedarf schon eines gehörigen Bedeutungswandels des Wortes liberal.
Weiterhin besteht die Aufgabe eines Staates in der allgemeinsten Form darin, eben nicht wie der Markt zu sein, um somit so genannte Marktfehler beheben zu können. Ein Staat, der aber wie ein Unternehmen handelt - und Einnahmenmaximierung ist etwas typisch unternehmerisches (der Staat handelt meist nach der Maxime der Ausgabensteigerung) -, verliert seine Legitimation schon in logischer Hinsicht. In diesem Falle ist das Unternehmen schon moralisch, ethisch und ökonomisch günstiger zu bewerten, weil es die Preise nicht diktieren kann, sondern letztlich auf das Wohlwollen des Konsumenten angewiesen ist.
Eine mir nicht sehr schleierhafte Frage ist, warum denn eine Mehrheit der Bevölkerung Interesse an der Einnahmenmaximierung des Staates haben kann, schließlich werden von dieser Mehrheit die meisten auch besteuert. Die Antwort muss lauten: Weil die Mehrheit sich dadurch Vorteile erhofft. Also dient die Einnahmenmaximierung bei logischer Betrachtung am ehesten der Umverteilungsmaximierung. Das ist so behauptbar, weil die Mehrzahl der Menschen materiell zwingend weniger als der Durchschnitt der Menschen hat (wegen Median < Durchschnitt).
Diejenigen, die sich liberal nennen wollen, sollten das Einnahmenargument ganz schnell von ihrer Argumentenliste für niedrigere Steuern streichen. Es kann ja so nicht weitergehen, dass die Liberalen und Konservativen - wie seit Jahrzehnten praktiziert - hemmungslos im sozialistischen Lager wildern.